Schuld

dresden 3zu2

Mein Nachbar ist ein ehemaliger Investmentbanker. Seit Ausbruch der Finanzkrise plagen ihn furchtbare Schuldgefühle. Er hat seinen Job gekündigt und arbeitet jetzt bei einer kirchlichen Schuldnerberatungsstelle. In seiner Freizeit hilft er in einer Suppenküche für Obdachlose und engagiert sich außerdem für die Rekommunalisierung der städtischen Wasserversorgung. Wie er mir vor kurzem gestanden hat, haben die Schuldgefühle aber bisher kaum nachgelassen. Er denkt deshalb darüber nach, sich ein Dollarzeichen auf die Stirn tätowieren zu lassen, um sich der öffentlichen Demütigung preiszugeben.