Klatsch

schwerin2 3zu2

Heute Vormittag habe ich die alte Frau Scheper aus dem vierten im Krankenhaus besucht. Sie liegt im Sterben. Ich setzte mich an ihr Bett und nahm ihre bleiche, runzlige Hand, die fast nichts mehr wog. Frau Scheper öffnete die Augen und sagte: „Keine Angst, mein Junge, es ist gar nicht so schlimm. Im Gegenteil. Sterben ist viel langweiliger, als ich gedacht habe. Vor lauter Therapie und Medikamenten habe ich noch nicht einmal Schmerzen.“ Dann schloss sie die Augen wieder und bat mich, ihr die neusten Geschichten aus der Nachbarschaft zu erzählen. Ob eigentlich der nette Herr Neumann aus dem zweiten immer noch so häufig Damenbesuch bekomme.