Klatsch

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Heute Vormittag habe ich die alte Frau Scheper aus dem vierten im Krankenhaus besucht. Sie liegt im Sterben. Ich setzte mich an ihr Bett und nahm ihre bleiche, runzlige Hand, die fast nichts mehr wog. Frau Scheper öffnete die Augen und sagte: „Keine Angst, mein Junge, es ist gar nicht so schlimm. Im Gegenteil. Sterben ist viel langweiliger, als ich gedacht habe. Vor lauter Therapie und Medikamenten habe ich noch nicht einmal Schmerzen.“ Dann schloss sie die Augen wieder und bat mich, ihr die neusten Geschichten aus der Nachbarschaft zu erzählen. Ob eigentlich der nette Herr Neumann aus dem zweiten immer noch so häufig Damenbesuch bekomme.

Wettbewerb

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Meine Nachbarin ist wunderschön und hat zahllose Verehrer. Die Männer geben wirklich alles, um ihr Herz zu erobern und überbieten sich ständig. Nachdem der eine kürzlich einen ganzen Abend lang Liebeslieder unter ihrem Balkon gesungen hatte, karrte ein anderer gleich eine ganze Band heran. Wieder ein anderer brachte ein riesiges Transparent mit einer Liebesbotschaft an der Hauswand an, woraufhin der nächste eines Nachts das ganze Treppenhaus mit roten Rosen dekorierte. Mittlerweile ist allerdings die Hausverwaltung auf die Sache aufmerksam geworden und hat alle Hausbewohner per Aushang dazu aufgefordert, dem Treiben ein Ende zu machen.